Bachelorarbeit
Supply Chain Management
unter dem Einfluss von Covid-19
und die Zeit danach
Supply Chain Management
Grundlagen zum Verständnis der Zusammenhänge in der Supply Chain, sowie die Einordnung der Retourenlogistik in diese.
Covid-19
Betrachtungsausschnitt von betroffenen Unternehmen
Die Auswirkungen von Covid-19 haben die gesamte Wirtschaft beeinflusst. In diesem Abschnitte werden die Auswirkungen für Selbständige, für die Verkehrsbranche sowie der Produktionsunternehmen betrachtet. Dies ist nur ein Ausschnitt, welche Folgen Corona in der Wirtschaft hatte und umfasst nicht die gesamten Auswirkungen.
Phasenspezifische Logistik
Die Auswirkungen der Pandemie sind ebenfalls in den einzelnen Logistikbereichen erkennbar. Im Folgenden werden diese veranschaulicht. Die Produktionslogistik wurde hierbei ausgelassen, da sie entweder angestiegen ist oder gestoppt wurde.
Beschaffungslogistik
Die in der Grafik aufgeführten Beschaffungsstrategien sind die vor der Pandemie verwendeten Arten. Unternehmen entscheiden sich aufgrund von verschiedenen Faktoren für eine oder mehrerer dieser Arten.
Die Beschaffungsart 1 wird zum Beispiel als konventionell beschrieben. Sie besteht aus einer Doppelten Lagerhaltung. Waren werden hier vom Lager des Lieferanten zum Lager des Kunden geliefert und vor Einlagerung geprüft. Die zwei weiteren Beschaffungsarten umgehen diese Eingangskontrolle durch geschlossene Rahmenverträge, welche die Qualität sichern sollen. Gerade die Beschaffungsart 3 ist als Just-in-Time bekannt und oft in der Automobilindustrie zu finden.
Kommt es nun zu einer Nachfragesteigerung, wie es durch Covid-19 in einigen Branchen der Fall war, werden bei Beschaffungsstrategie 1 Lieferant sowie Kunde versuchen die Lager voll zu bekommen, um den Nachfrageanstieg nach Bullwhip-Effekt ausschöpfen zu können. Beschaffungsstrategie 2 und 3 haben ohne Lager kein Puffer und könnten dann bei erhöhter Nachfrage Lieferprobleme bekommen. Sinkt die Nachfrage hingegen, haben diese Strategien schlussfolgernd den Vorteil, dass sie keine vollen Lager und damit verbundenen Kosten mit sich bringen.
Lagerlogistik
Ein Lagerhaltung bringt eine Unterbrechung des Materialflusses mit sich und führt zur Kapitalbindung. Doch sie beinhaltet Gründe, warum sie sinnvoll ist. Einige davon sind der aufgeführten Tabelle zu entnehmen.
Einer der wichtigsten Aufgaben ist es, die Quelle und Senke voneinander zu entkoppeln und Nachfrageschwankungen entgegenzuwirken.
Ein Nachfragerückgang bedeutet volle Lager, welche ebenfalls Auswirkungen auf die vorgeschalteten Stufen der Supply Chain haben.
Aufgrund der vollen Lager bestellen Unternehmen auch keine neuen Waren bei ihren Lieferanten. Dies hat zur Folge, dass diese ebenfalls dann vor vollen Lagern stehen. Dieser Nachfragerückgang kann sich wie eine Kette durch die gesamte Supply Chain ziehen.
Ein weitere Problematik steckt in verderblichen Waren, welche aufgrund ihrer geringen Lebensdauer nicht über die Zeit der Pandemie gelagert werden können. Schlussfolgernd zieht der nicht Verkauf dieser Waren einen direkten Warenwertverlust mit sich.
Distributionslogistik
Die Distribution verbindet die Produktion mit dem Absatzmarkt. Die Absatzkanäle dieser werden in direkt und indirekte Kanäle unterteilt. Wie die Grafiken zeigen, wird beim direkten Absatz das Produkt vom Hersteller direkt an den Endabnehmer verkauft und geliefert. Beim indirekten Absatz wird die Ware über Groß- und/oder Einzelhandel verkauft.
Gerade der direkte Absatz führt engen Kundenkontakt mit sich, da es hierbei meist um Waren handelt, welche einem hohen Service unterliegen. Da nach Ausbruch der Pandemie gerade lebensnotwendige Güter vermehrt gekauft und Kontaktbeschränkungen beschlossen wurden, hatte dies Auswirkungen auf die direkte Distribution.
Einige Unternehmen sind frühzeitig auf Homeoffice umgestiegen und versuchen den Kundenkontakt durch Videokonferenzen oder ähnliches zu umgehen.
Reverse Logistik
Die Reverse Logistik beschäftigt sich mit der richtigen Wiedereinführung von Waren in die Supply Chain. Nach einer vorherigen Qualitätskontrolle können die Waren an verschiedenen Punkten der Supply Chain wieder eingeführt werden. Hierzu gehören nicht nur Retouren, sondern auch Leergut, Ladungsträger und Verpackungen.
Einige wichtige Ziele der Reverse Logistik sind die Schonung natürlicher Ressourcen, sowie die Minimierung von Kosten für die Entsorgung.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten Waren zu Kaufen, um anschließend eine vereinfachte Rückführung dieser (bei z.B. Unverkäuflichkeit) zu erhalten. Hierzu gehört das Kommissions-, sowie Konsignationsgeschäft.
Unternehmen versuchen durch Gewährung von Gutscheinen der Rückgabe von Waren entgegenzuwirken. Während der Pandemie sind ebenfalls die Onlinegeschäfte angestiegen, was ebenfalls einen Anstieg von Retouren im B2C mit sich führt. Onlinehändler räumen oft auch eine erweiterte Rückgabefrist ein, was schlussfolgernd den Effekt der Rückgabe verzögern kann.
Antizipation der Effekte
Hier werden mit Hilfe von Professoren und Masterstudenten der Hochschule Kaiserslautern analysiert, welche Effekt in Zukunft auf die Supply Chain zukommen könnten.
Da hierzu noch keine Daten existieren, sind dies logische ausgearbeitete Hypothesen für die Zukunft.